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Der Behindertensport im Paralympischen Jahr
von Stephan Schürmann

Was, schon wieder ein Jahr vorbei? Ich denke es war erst vor ein paar Tagen als ich am Schreibtisch saß, das Jahr 2015 Revue passieren ließ und meine Erlebnisse und Gedanken für die Vereinszeitung zu Papier brachte. Wieder sitze ich am Schreibtisch, schaue aus dem Fenster ins nasse Dezembergrau und versuche das Chaos in meinem Kopf zu ordnen um einen, hoffentlich gescheiten, Jahresbericht über den Behindertensport zu Papier zu bringen. Denn es ist fast vorbei das Jahr 2016, das wie im Flug verging und einige tolle Erlebnisse und Geschichten hervorzauberte. Viel zu schnell um alle Momente zu genießen, denn 2016 war ein besonderes Jahr für alle Sportler. Die Olympischen und Paralympischen Spiele fanden in Rio de Janeiro statt. Bei den Behindertensportlern stehen die Paralympics natürlich an erster Stelle und davon werde ich später noch berichten. Doch vorher noch ein paar Zeilen zum Vereinsalltag.

Die Dienstagsgruppe für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit unterschiedlichen Handicaps hat das siebte Jahr ihres Bestehens gut hinter sich gebracht.

Lang ist es her, die Behindertensportgruppe im Gründungsjahr

Trotz zweier Abgänge, Ricky Zins und Amelie Hoff haben die Gruppe zum Sommer hin verlassen, ist die Gruppenstärke dank Neuzugängen stabil geblieben. Der Abschied von Ricky und Amelie fiel schwer, hatten wir doch einige Jahre des Sporttreibens gemeinsam verbracht. Ich möchte an dieser Stelle nicht versäumen, den Beiden alles Gute für die Zukunft zu wünschen und hoffe dass sie sich weiter sportlich betätigen. Ansonsten lief der Trainingsbetrieb im Jahr 2016 gut. Alle Teilnehmer trainierten fleißig und haben sich weiter entwickelt.

An den Übungsabenden beginnt die Trainingsarbeit dort, wo die Krankengymnastik aufhört. Alle Sportler werden im Rahmen ihrer Möglichkeiten gefordert und gefördert. Es ist erstaunlich zu sehen mit welchem Spaß alle bei der Sache sind und sich freuen, wenn etwas neu Gelerntes erfolgreich zur Anwendung kommt. Trotz der Vertrautheit untereinander und der festen Gemeinschaft ist die Gruppe offen für neue Gesichter. So ist es einfach ein Schnuppertraining in der Gruppe zu absolvieren und bei Gefallen dort Fuß zu fassen. Interessenten gibt es immer wieder und so wird die Behindertensportgruppe sicher auch in nächster Zeit viel Positives zu berichten haben.

Berichten möchte ich auch vom diesjährigen Röntgenlauf. Der RTB stellte wieder ein großes Laufteam, das sehr erfolgreich war. Hier möchte ich mich beim Vorstand des Reinshagener TB bedanken, der den tollen Auftritt unserer Läufer mit Handicap durch ein einheitliches Laufshirt veredelte.
Das RTB-Team mit neuen Laufshirts

Insgesamt gingen mit Christian Felix von Dreusche, Michelle von Dreusche, Katharina Ronge, Svenja Feldges, Christian Schmitz, Mert Eren Sarikaya, Can Biesenbach und Hannes Schürmann acht Läufer an den Start, die ausnahmslos bei der Siegerehrung auf dem Podest standen und die Medaillen entgegen nahmen. Zwei Läufer möchte ich besonders erwähnen. Das sind Svenja Feldges und Mert Eren Sarikaya. Svenja hat an allen der bisherigen fünf Sonderwertungen für Läufer mit Handicap teilgenommen und stand immer auf dem Podest. Mert hat bei seiner ersten Röntgenlaufteilnahme, angetrieben von Begleitläufer Paul Ronge, eine tolle Zeit auf die Strecke gelegt. Mert hat gezeigt was möglich ist, wenn man den Willen und Ehrgeiz hat, trotz Handicaps sportliche Leistung zu bringen.

Mert Eren Sarikaya in Aktion

Für die von mir betreuten Läufer wünsche ich mir eine Neuauflage der Sonderwertung für Menschen mit Behinderung im Jahr 2017. Ich hoffe zudem, dass der Röntgensportclub die Sonderwertung in der regionalen und überregionalen Presse gemeinsam mit dem Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW großflächig bewirbt, damit Sportvereine, Schulen und Institutionen Läufer mit Handicap zum Röntgenlauf melden. Die Läufer des Reinshagener TB freuen sich darauf, sich mit mehr Konkurrenz zu messen.

Mit der Konkurrenz messen, das ist auch das Ding zweier unserer Vereinsmitglieder, die sich neben dem Hallen- auch dem Schwimmsport verschrieben haben. Hannes Schürmann, der mittlerweile auch international mit seinen schwimmsportlichen Leistungen glänzt und Elias de Souza, der gerade erste Schritte im Schwimmsport macht.


Elias, Mitglied der Dienstagsgruppe, hat sich über die Behindertensportkooperation auch dem TSV Bayer 04 Leverkusen angeschlossen, wo er zweimal die Woche trainiert und wie Hannes Schürmann für die SG Bayer startet. Nachdem er im Mai seinen ersten Wettkampf in Oberhausen bestritten hatte, folgte Anfang September der zweite sportliche Wettstreit, der ein Heimspiel war. Beim 10. BRSNW Kurzbahn Cup im Remscheider Sportbad wusste Elias zu überzeugen. Bei allen fünf Starts belegte er Plätze unter den ersten Zehn in der Jugend E. Die sportliche Leistung wird durch die Tatsache aufgewertet, dass der BRSNW Cup ein integrativer Wettkampf ist und Elias sich mit Schwimmern ohne körperliches Handicap messen musste.

Mit ganz anderer Konkurrenz musste sich Hannes Schürmann im Jahr 2016 auseinandersetzen. Für ihn gab es mit den Europameisterschaften auf Madeira und den Paralympischen Spielen in Rio gleich zwei sportliche Highlights, für die es sich zu qualifizieren galt. Hannes war frühzeitig für die EM gesetzt und erreichte dort das Finale über 100m Rücken. Abschließend belegte Hannes dann im Endlauf den 7. Platz. Jeweils 10. Plätze über 50m Schmetterling und 400m Freistil folgten. Die Rioqualifikation schaffte der junge Schwimmer nicht im ersten Anlauf. Zu groß war die Belastung zwischen Schule und Trainingsbetrieb. Schulisch gelang trotz hoher Belastung durch tägliches Training, etlicher längerer Trainingslager im Ausland und internationalen Wettkämpfen das Fachabitur.

Groß war die Freude als Hannes von der Bundestrainerin telefonisch informiert wurde, dass er für Rio nachnominiert sei. Für Hannes Schürmann ging ein Traum in Erfüllung, dem er in den letzten Jahren fast alles untergeordnet hatte.
Im Paralympischen Dorf

So genoss der Nachwuchsschwimmer die Tage in Rio de Janeiro. Im dreizehnköpfigen Aufgebot der Deutschen Paralympischen Nationalmannschaft, davon zwei Schwimmer aus NRW, war Hannes Schürmann mit sechs Einzelstarts am Zuckerhut der Schwimmer mit den meisten Einsatzzeiten.

Überwältigend war bereits die Abreise mit einer Sondermaschine der Lufthansa, nach Verabschiedung durch Bundespräsident Joachim Gauck, vom Frankfurter Flughafen. Angekommen in Rio wurde Quartier im paralympischen Dorf bezogen, dann hieß es akklimatisieren und Training bis zu den Wettkämpfen. Gigantisch war das erstmalige Betreten des Schwimmstadions mit einem Fassungsvermögen von 18000 Zuschauern.
Das Olympic Aquatics Stadium im Barra Olympic Park, Rio de Janeiro

Bei den Wettkämpfen herrschte dort eine sagenhafte Atmosphäre und die Sportler wurden lautstark angefeuert.
Nüchtern betrachtet waren Finalteilnahmen für Hannes Schürmann von vorne herein nicht zu erwarten. Erfahrungen sammeln, gute Leistungen zeigen und möglichst neue Bestzeiten zu schwimmen waren das Ziel. All das setzte der Youngster um. Schwamm er über 50m Freistil, 50m Schmetterling und 100m Rücken noch um wenige zehntel Sekunden an einer neuen Bestzeit vorbei, so unterbot er diese über 100m Freistil gleich um 0,64 Sekunden. Hannes Schürmann nahm die komplette Bandbreite der Gefühle eines Sportlers vollumfänglich mit. Hier tolle Leistungen, da eine Disqualifikation im Wettkampf über 200m Lagen als er zu einer neuen tollen Bestzeit unterwegs war. Eine Disqualifikation bei einem großen Event, wie den Paralympics, auf das man mindestens vier Jahre hingearbeitet hat ist sehr ärgerlich und so schnell nicht zu verdrängen. Unter diesen Umständen ist das Ergebnis des Wettkampfes über 400m Freistil zu werten, als Hannes vom Kopf her nicht frei war und dadurch sein Leistungspotential nicht abrufen konnte. Dennoch standen am Ende der Tage in Rio de Janeiro drei neue Saisonbestleistungen und eine neue Bestzeit zu buche. Nicht zu vergessen die vielen Eindrücke und emotionalen Momente bei der Eröffnungs- und Abschlussfeier im Maracana-Stadion, die vielen Begegnungen mit Sportler aus aller Welt und schöne Momente im Deutschen Haus. Touristisch konnte Hannes lediglich der Christusstatue einen Besuch abstatten, mehr ließ der straffe Zeitplan nicht zu.


Ausflug zur Chistusstatue

Ein besonderes Erlebnis war abschließend der Rückflug mit dem Siegerflieger, einer Sondermaschine der Lufthansa mit allen Sportlern und Medaillengewinnern an Bord, nach Frankfurt.
Insgesamt waren die Paralympics für unser Vereinsmitglied ein tolles Erlebnis von dem er noch lange zehren wird und das sicherlich Ansporn für neue sportliche Ziele ist. Ein Nahziel könnte die Weltmeisterschaft 2017 in Mexico City sein, Fernziel vielleicht die Paralympics 2020 in Tokio. Doch Hannes Schürmann setzt sich nicht unter Druck und genießt es, bereits in jungen Jahren, an allen im Sport möglichen Events wie EM, WM und Paralympics teilgenommen zu haben. Vorrangiges Ziel ist es momentan in der Ausbildung Fuß zu fassen, denn die hat er neben dem Sport auch angetreten.


Nun bin ich am Ende meines Berichtes und hoffe dass dieser interessant und lesenswert war. Ich freue mich schon darauf, auch 2017 wieder vom Behindertensport und das nicht nur im Verein, zu berichten.

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