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Die Behindertensportabteilung wächst stetig
von Stephan Schürmann

Junge Pflanzen muss man pflegen und hegen, dann stellt sich Wachstum ein. Wenn man dazu noch aufmerksam und immer aufgeschlossen für Neues, aber auch recht gerade seinen Weg geht, dann kann man Erfolgserlebnisse generieren. So geschehen in der Behindertensportabteilung unseres Vereins. Nach dem Motto: “Tue Gutes und rede darüber“, waren unsere Behindertensportler immer wieder mal in der örtlichen Presse präsent. Ob im alltäglichen Trainingsbetrieb oder aktiv und erfolgreich beim Röntgenlauf, der RTB-Behindertensport macht positive Schlagzeilen.

Lohn für viel Arbeit, Engagement und Idealismus beim Aufbau und Bewerben der Gruppe sind die steigenden Mitgliederzahlen. Katharina Köppchen ist bereits dem Verein beigetreten, Mert Sarikaya und Elias de Souza schnuppern noch, werden aber wohl dem Verein in naher Zukunft beitreten. So konnten drei neue Kids mit Handicap für den Sport und die Freude an der Bewegung mit und trotz Behinderung gewonnen werden. Mittlerweile tummeln sich regelmäßig zwischen acht und zehn junge Sportler dienstags beim Training in der Sporthalle der Grundschule Reinshagen.

Die Dienstaggruppe, eine tolle Truppe

Die wachsenden Mitgliederzahlen sind sicherlich auch ein Verdienst der Sporttreibenden. Obwohl eine feste Gemeinschaft, zeigen sie sich immer wieder offen für neue Teilnehmer. Sie nehmen diese herzlich auf und machen einen Neuanfang leicht. Allgemein gilt es zu sagen, dass in der Gruppe viel gelacht wird. Allerdings miteinander und nicht übereinander. Denn jeder macht die Übungen aufgrund der Behinderung im Rahmen seiner Möglichkeiten. Jeder hat seine Besonderheiten und bietet sicherlich auch Angriffsflächen, die von den Gruppenmitgliedern nicht ausgenutzt werden. Das ist aus meiner Sicht erwähnenswert, da es in der heutigen Zeit wirklich nicht mehr oft vorkommt!

Sechs Jahre besteht nun die Gruppe und man darf bei den aktuellen Teilnehmerzahlen schon klarstellen, dass man die Kapazitäten in der Gruppe ausgeschöpft hat. Im Kopf reifen bereits Ideen für eine Umverteilung von Sportlern innerhalb des Vereins und man kann getrost vom Aufbau einer weiteren Sportgruppe für Menschen mit Handicap träumen. Sollte der Zulauf weiter anhalten könnte der Traum schnell Realität werden.

Realität ist die Unterstützung, die unsere Behindertensportgruppe im Jahr 2015 durch die Allianz bekam. Der Sport für Kids mit Handicap im RTB ist eins von 125 landesweiten Projekten, die der Verein Allianz für die Jugend e.V. unterstützt. Das Engagement des Reinshagener Turnerbund wurde mit einem Scheck von 1000,- Euro belohnt.

Scheckübergabe zum Projekt des Vereins Allianz für die Jugend e.V. und Patenschaft durch Arndt Köhler

Möglich gemacht hat dies Arndt Köhler von der Allianz, der uns auf die Möglichkeit für die Bewerbung zum Projekt aufmerksam machte, es sehr engagiert begleitete und Projektpate ist. Ihm und dem Verein Allianz für die Jugend e.V. verdanken die Behindertensportabteilung, aber auch alle anderen Abteilungen im Reinshagener TB, gut aufgefüllte Schränke mit Trainingsmaterial. Die angeschafften Geräte sind für alle Abteilungen nutzbar und zugänglich. An dieser Stelle ein großer Dank an Arndt Köhler, der als sportbegeistert und sehr sportlich gilt. Ehrensache unter Sportlern dass er die Trainingsutensilien an Ort und Stelle testete.

Arndt Köhler beim Materialtest

Herausragendes sportliches Highlight für einige Mitglieder der Sportgruppe war wieder die Teilnahme am Röntgenlauf. Bereits zum vierten Mal gab es die Sonderwertung für Menschen mit Behinderung auf den Strecken der Crossläufe über 1250 und 2450 Meter sowie dem Waldlauf über 5 Kilometer. Gewertet wurde in der BRSNW-Sonderwertung in folgenden Altersklassen: Schülerklasse (Jahrgang 2000 und jünger), Jugendklasse (1996-1999), Erwachsenenklasse (1995-1966) und Seniorenklasse (Jahrgang 1965 und älter).

Der wiedergenesene Can Biesenbach beim Röntgenlauf in Aktion

Leider lassen die Teilnehmerzahlen von Menschen mit Handicap weiterhin zu wünschen übrig, was auch an der Werbung für die Sonderwertung liegt. Hier ist vor allem seitens des Röntgensportclubs, aber auch seitens des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes NRW deutlich mehr Aktivität erforderlich. Es ist aber auch festzustellen, dass, viele Remscheider Vereine und Institutionen, obwohl sie vom Lauf wussten, dennoch nicht mit Aktiven vertreten waren, was sehr schade ist. Gerne hätten sich unsere Sportler mit Handicap mit noch mehr Konkurrenz gemessen. Den sportlichen Leistungen tat das keinen Abbruch, denn alle waren schnell unterwegs. Am Ende des Wettkampftages belegte Svenja Feldges den dritten, Katharina Ronge den zweiten und Amelie Hoff den ersten Platz über die 1250 Meter weiblich und Can Biesenbach wurde Sieger über 1250 Meter männlich.

Siegerehrung 1250m weiblich

Hinzu kam ein zweiter Platz von Michelle von Dreusche über 2450 Meter weiblich. Also fünf Podestplätze für den RTB! Alle Läufer freuen sich schon auf eine Neuauflage im Jahr 2016, vielleicht ja mit deutlich mehr Teilnehmern mit Handicap aus Remscheid und ganz NRW.

Wechseln wir vom Hallen und Laufsport in die Schwimmhalle, denn auch 2015 gibt es wieder einiges von unserem Vereinsmitglied Hannes Schürmann, der für die SG Bayer startet, zu berichten. Hannes hatte Anfang 2015 seine langwierige Verletzung auskuriert und konnte die Gehhilfen, die ihn fast zwei Jahre begleiteten, endlich zur Seite legen. Außerdem wechselte er von der Jugendklasse in den Seniorenbereich.

Das erste Jahr im Seniorenbereich war für den Siebzehnjährigen in erster Linie ein Lehrjahr, bei dem es jedoch einige Erfolge gab.

Hannes Schürmann im Dress der Paralympischen Nationalmannnschaft

In erster Linie musste Hannes Schürmann lernen, dass Podestplätze, die er in der Vergangenheit in den Jugendwertungen reihenweise belegte, im Erwachsenenbereich ohne weiteres nicht zu erzielen sind und auch Platzierungen unter den ersten Fünf bis Zehn schon Erfolge sind. Er nahm an internationalen Wettkämpfen, wie den Danish Open in Esbjerg, den British Open in Glasgow, dem Swim Cup in Eindhoven und Amsterdam teil, wo er Finalteilnahmen erzielte und Platzierungen im Bereich fünf bis zehn belegte.

Hannes Schürmann in Aktion (Foto Marco Knisse www.parasport-foto.de )

Highlight 2015 war die Teilnahme an den Weltmeisterschaften im Schwimmen, die vom 19. bis 23. Juli 2015 in Glasgow stattfanden. Hannes stand im Aufgebot der Deutschen Paralympischen Nationalmannschaft und hatte als sportliches Ziel das Erreichen eines Finallaufes ausgegeben. Das gelang ihm über 400m Freistil, als er sich als Achter für den Endlauf der weltbesten 400m-Schwimmer qualifizierte und nach beherztem Rennen im Finale als Siebter anschlug. Zudem konnte der junge Schwimmer im Sportjahr 2015 Deutsche Rekorde über 200m Rücken auf der 50m Bahn und 100m Rücken auf der 25m Bahn erzielen. Beim Vorhaben seinen eigenen Kurzbahnweltrekord beim BRSNW Cup im Remscheider Sportbad zu verbessern, scheiterte er knapp um 0,03 Sekunden. Im Oktober 2015 wurde Hannes Schürmann in den B-Kader der Nationalmannschaft durch den Deutschen Behindertensportverband berufen. Lohn für den enormen Aufwand, den Hannes für seinen Sport und sein Ziel einer Paralympicteilnahme betreibt und auch für seine sportlichen Leistungen im Wettkampfjahr 2015.
Im Jahr 2016 stehen neben den Paralympics in Rio auch die Europameisterschaften auf Madeira im Sportkalender. Für Hannes Schürmann sind beide sportlichen Highlights erklärtes Ziel, wobei die Teilnahme an den Paralympics ein Traum wäre. Auch wenn der Traum der Paralympicteilnahme 2016 noch nicht in Erfüllung gehen sollte, wäre das kein Weltuntergang, denn die Paralympics 2020 im Tokio sind schon im Visier und dann ist Hannes Schürmann erst 22 Jahre alt.

Schwimmsportlich hatte der Behindertensport in Remscheid auch wieder einiges zu bieten.
Im September fand der 9. BRSNW Kurzbahn Cup im Remscheider Sportbad statt, ein integrativer Schwimmwettkampf auf höchstem Niveau und zudem eine der größten Talentsichtungsmaßnahmen des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes NRW. Highlight waren die Deutsche Kurzbahn Meisterschaften im Schwimmen der Behinderten, die vom 20. bis 22. November im Sportbad am Stadtpark stattfanden. Es waren Meisterschaften der Rekorde. So wurden unter dem Strich sagenhafte 9 Weltrekorde, 5 Europarekorde und 45 Deutsche Rekorde geschwommen. Für die Mathematiker unter den Lesern noch eine Aufgabe. Wenn man bedenkt, dass die Weltrekorde auch gleichzeitig Europarekorde und Deutsche Rekorde sowie die erzielten Europarekorde natürlich auch noch Deutsche sind, dann würde das Ergebnis noch ganz anders aussehen. Viel Spaß beim Rechnen. Ich als Autor bleibe bescheiden und nehme die gezählten Rekorde aus dem Protokoll. Dann ist jedenfalls noch Luft nach oben, denn die DKM 2016 findet wieder im schnellen Wasser des Remscheider Sportbades statt. Dann gibt es ein Wiedersehen mit unserem Vereinsmitglied Hannes Schürmann und auch Anna Krzyzaniak, die für die SG Remscheid startet und als großes Talent im Paralympischen Schwimmsport gilt. Bei der diesjährigen DKM in Remscheid war sie die herausragende Nachwuchsschwimmerin. Vielleicht sehe ich ja dann auch wieder einige RTB-Mitglieder unter den Zuschauern und auch neue Remscheider Schwimmer.

Amelie Hoff aus der Behindertensportgruppe trainiert fleißig das Schwimmen beim TSV Bayer 04 Leverkusen, mit dem der RTB kooperiert. Unser wohl zukünftiges Mitglied Elias de Souza unternimmt, neben dem Hallensport in unserem Verein, erste schwimmerische Schritte in Leverkusen.

Ihr seht, liebe Vereinsmitglieder, es gibt immer wieder viel Neues und Interessantes aus der Behinderten-sportabteilung im RTB, im Behindertensport in Remscheid und in aller Welt zu berichten. Auch ihr könnt Euren Beitrag zum Wachstum des Behindertensportes leisten, in dem ihr im Freundes- und Bekanntenkreis darüber sprecht. Die Erfahrung zeigt mir, dass viele Menschen mit Handicap noch nicht um die Möglichkeiten mit Behinderung Sport zu treiben wissen. Vielleicht werden sie ja durch Eure aktiven Hinweise und Gespräche darauf aufmerksam und sind Mitglieder und Vereinskollegen von morgen in unserem Verein, dem Reinshagener Turnerbund.

Druckversion          © 2004-2019 by Reinshagener Turnerbund 1910 e.V.