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Jahresbericht Behindertensport im Verein und in Remscheid
von Stephan Schürmann

Wie jedes Jahr möchte ich Euch, liebe Vereinsmitglieder, von den Aktivitäten rund um den Behindertensport nicht nur aus dem RTB berichten. Nach wie vor versuche ich den Behindertensport in meiner Funktion als Trainer im Verein, Vorstandsmitglied des Sportbundes Remscheid und Pressewart der Abteilung Schwimmen im Behinderten- und Rehasportverband NRW bekannter zu machen und Menschen mit Handicap die Möglichkeit aufzuzeigen Sport zu treiben.
Dass ich den Reinshagener Turnerbund gerne als Vorzeigeverein in Sachen Behindertensport, Integration und Inklusion bei offiziellen Terminen und am Runden Tisch für den Behindertensport nenne, ist nicht mein Verdienst. Das liegt an euch, den Vereinsmitgliedern, die offen mit den Menschen mit Handicap umgehen und sie mitnehmen. Mitnehmen bei Vereinsfesten und Aktivitäten und nicht zuletzt beim gemeinsamen Betreiben des Sports.
Wenn zum Beispiel der Röntgenlauf ruft, so steht der RTB mit seinen Mitgliedern seit Jahren mit zahlreichen Helfern an der Strecke und viele Aktive bereichern das Teilnehmerfeld der einzelnen Läufe. Unter den Teilnehmern des Röntgenlaufs 2014 waren auch unsere Kids mit Handicap. Zum dritten Mal gab es eine Sonderwertung für Menschen mit Behinderung bei den Läufen über 1250, 2450 und 5000 Meter. Beim Crosslauf über die 2450m-Distanz der weiblichen Jugend lief Michelle von Dreusche auf`s Podest und belegte den 2. Platz. In der männlichen Konkurrenz über 1250m erreichte Christian Felix von Dreusche den 3. Platz.
Einen Dreiererfolg brachten Amelie Natalia Hoff, Katharina Ronge und Svenja Feldges zustande. Die drei machten das Rennen zu internen Vereinsmeisterschaften des Reinshagener Turnerbundes. Am Ende stand Amelie vor Katharina und Svenja, die den dritten Platz belegte, ganz oben auf dem Treppchen.

Von Links: Svenja Feldges, Stephan Schürmann, Amelie Hoff, Katharina Ronge

Für die Kids war der Röntgenlauf ein tolles Erlebnis. In einer Reihe mit den Läufern ohne Handicap an der Startlinie zu stehen, gemeinsam nach dem Startsignal zu laufen und unter dem Applaus der vielen Zuschauer die Ziellinie zu überqueren waren ganz neue Eindrücke. Man war als Sportler ein Teil dieser Großveranstaltung und stand nicht abseits am Rand.
Am Nachmittag wurde
in der Familie stolz vom Erlebten berichtet und auch Lehrer und Schulkameraden durften montags die Medaillen bestaunen und die Geschichten dazu hören.
Die leuchtenden Augen der Kids bei diesen gemeinsamen Erlebnissen sind für mich immer wieder neuer Ansporn meiner Aktivitäten. Ich hoffe für das nächste Jahr auf eine erneute Auflage der Sonderwertung beim Röntgenlauf und darauf, dass noch mehr Vereine aus Remscheid und ganz NRW dem RTB nacheifern und ihre Läufer mit Handicap zum Röntgenlauf schicken.
Eine schöne Geschichte noch am Rande des Röntgenlaufs. Beim Röntgenlauf 2008 habe ich Svenja Feldges kennen gelernt und sie und ihre Eltern dort angesprochen mit der Frage, ob Svenja nicht einmal Sport in einer Behindertensportgruppe treiben möchte. Anfang 2009 war sie beim ersten Übungsabend der Dienstaggruppe dabei, die seit nunmehr 6 Jahren besteht und in der Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit unterschiedlichsten Handicaps gemeinsam Sport treiben. Die Gruppe zeigt sich trotz des großen Zusammenhalts und der Vertrautheit untereinander immer offen für neue Teilnehmer. Es wird viel gelacht, aber auch konzentriert und engagiert gearbeitet. Der Sport in unserem Verein setzt da an, wo die Krankengymnastik aufhört und fordert und fördert die Teilnehmer gezielt.

Die Dienstagsgruppe

Im Moment treiben sechs bis sieben Kids regelmäßig Sport und sind mit Feuereifer bei der Sache. Auch in der Montagsgruppe von Sabine Kalkuhl und Ernst Schmidt sind Kinder mit Handicap aktiv. Beide Gruppen nehmen gerne noch weitere Teilnehmer auf um das Angebot auszuweiten.

Auch die Kooperation mit den TSV Bayer 04 Leverkusen in Sachen Behindertensport lebt weiter. Aktuell konnte ein Mitglied der Dienstagsgruppe zum Schwimmsport nach Leverkusen vermittelt werden. Amelie Hoff nimmt dort regelmäßig an den Übungsabenden von Bayer-Trainerin Gisela Schumacher teil.

Nach wie vor in Leverkusen aktiv ist unser Vereinsmitglied Hannes Schürmann, der seinen Traum einer Paralympicteilnahme weiter lebt. Um dieses Ziel zu erreichen wechselte er im Sommer nach dem Realschulabschluss nach Leverkusen. Er besucht dort die Höhere Handelsschule mit Anbindung an die Eliteschule des Sports und Teilinternat in Leverkusen. Ein Schritt, der den Zeitplan des Sportlers deutlich entspannt und Räume für weitere Trainingszeiten öffnet. Mittlerweile sind es acht Wassereinheiten mit fünf Athletikeinheiten und zusätzlichen Physioterminen um den Körper zu pflegen. Es ist ein hartes Brot für den Heimschläfer des Teilinternats, bei Frühtrainingsterminen um 5:30 Uhr an der Haltestelle des Schienenersatzverkehrs zu stehen, um nach Leverkusen zu fahren. Doch für seinen Traum nimmt er es in Kauf und ist auf einem guten Weg. Bei den internationalen Deutschen Meisterschaften konnte er Titel gewinnen und belegte vorderste Plätze und schwamm Pfingsten einen Deutschen Rekord über 800m Freistil auf der Langbahn. Bei den internationalen Wettkämpfen, den Danish Open ins Esbjerg und British Open in Glasgow, gab er eine gute Visitenkarte ab.
Hannes Schürmann im Dress der Nationalmannschaft

Im August 2014 stand er bei Europameisterschaft der Erwachsenen im Aufgebot der National- mannschaft des Deutschen Behindertensport Verbandes. Er qualifizierte sich auf den Strecken 100m und 400m Freistil, so wie 100m Rücken und erreichte zwei Finalteilnahmen, wo er über 400m Freistil den 6. und 100m Rücken den 8. Platz belegte. Im Herbst gelangen ihm zwei Weltrekorde (800m Freistil und 200m Rücken), ein Europarekord über 1500m Freistil und ein deutscher Rekord über 100m Rücken in seiner Startklasse S7 auf der Kurzbahn. Ziel für 2015 ist eine Qualifikation für die Weltmeisterschaften der Behinderten, die im Juli in Glasgow stattfinden. Als Fernziel steht nach wie vor die Paralympicteilnahme 2016 in Rio oder 2020 in Tokio. Hannes Schürmann ist Mitglied im Perspektivteam des Olympiastützpunktes Rheinland und des Nachwuchselite-Teams der Sportstiftung NRW, wo er auf seinem sportlichen Weg begleitet und gezielt sportlich gefördert wird. Bei seinem Aufwand zur Erfüllung seines großen sportlichen Traums würde er sich sehr über Unterstützer aus dem Verein oder der Remscheider Wirtschaft freuen.
Neben Hannes Schürmann macht die Remscheiderin Anna Krzyzaniak von den Wassersportfreunden Remscheid im Behindertenschwimmen von sich reden. Anna trainiert bei der SG Remscheid gemeinsam mit unbehinderten Schwimmern und wird von Trainerin Desirée Blicke (ehemals Mahle) behutsam aufgebaut. Die Zehnjährige gilt als großes Talent und würde sich, wie auch die Verantwortlichen der SG Remscheid, über Schwimmer mit Handicap freuen die mit ihr den Schwimmleistungssport betreiben möchten.

Möglichkeit das schwimmerische Können unter Beweis zu stellen gibt es beim BSNW Kurzbahn Cup, der am 5. und 6. September 2015 wieder im Remscheider Sportbad stattfinden wird. Dieser integrative Wettkampf ist aufgrund seines hohen sportlichen Niveaus in Deutschland einzigartig. Top-Schwimmer aus DSV und DBS messen ihre Kräfte, aber auch viele Nachwuchsschwimmer sind am Start. Über ein ausgeklügeltes Punktesystem sind die Leistungen der Aktiven mit und ohne Handicap miteinander vergleichbar. Vom 20. bis 22. November 2015 ist das Remscheider Sportbad wieder Austragungsort der Deutschen Kurzbahn Meisterschaft der Behinderten. Vielleicht weckt dieser Bericht ja euer Interesse und ich kann einige bekannte Gesichter aus dem RTB unter den Zuschauern im Sportbad begrüßen. Das Kommen und Zuschauen wird sich aufgrund der dort gezeigten Leistungen sicherlich lohnen.

Die Fäden für den Behindertensport laufen auch beim Remscheider Sportbund zusammen. Hier wurde 2010 der Runde Tisch für den Behindertensport ins Leben gerufen. Vereine, Organisationen und die Stadt Remscheid (vertreten durch Sport- und Gesundheitsamt) versuchen Sportangebote für Menschen mit Behinderung zu schaffen oder bestehende weiter auszubauen. Wie wichtig die Arbeit des Runden Tisches ist, zeigt sich in der Tatsache, dass viele Vereine und Organisationen Angebote in unserer Stadt schaffen, die nicht wirklich publik werden. Durch gezielte Bewerbung sollen diese Angebote der breiten Bevölkerung bekannt gemacht werden. So wird die Chance erhöht immer mehr Menschen mit Handicap durch diese speziellen Angebote in Bewegung und in die Sportvereine zu bringen. Wenn jemand aus dem Reinshagener Turnerbund Ideen und Anregungen hierzu hat, so kann er sich gerne mit mir in Verbindung setzen.

Der Behindertensport im Reinshagener Turnerbund und in Remscheid lebt und unser Verein ist ganz vorne mit dabei. Ich hoffe euch als Mitglieder in den nächsten Jahren in den Vereinszeitungen noch viel Positives berichten zu können.



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