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Viele Aktivitäten und Neues vom Behindertensport
von Stephan Schürmann

Der Behindertensport, die zarte Pflanze im RTB, wächst weiter. An dieser Stelle möchte ich über die Aktivitäten der RTB-Mitglieder im Sport für Menschen mit Handicap berichten. Die Dienstagsgruppe besteht nun seit 5 Jahren. Was am 13. Januar 2009 begann, ist bis Ende 2013 stetig gewachsen.


Die Behindertensportgruppe (auf dem Bild fehlen Svenja, Fabio und Can)

Neu dabei sind Katharina Ronge, Amelie Hoff, Michelle von Dreusche und Fabio Iacovangelo, die im Laufe des letzten Jahres Mitglieder im Verein wurden. Mittlerweile treiben dienstags regelmäßig 6-8 junge Sportler mit Handicap und unterschiedlichsten Behinderungen gemeinsam Sport. Alle sind mit viel Eifer und Spaß bei der Sache. Kraft, Ausdauer und Kondition stehen auf dem Trainingsplan. Das Konzept der Übungsstunden setzt da an, wo die Krankengymnastik aufhört und schafft neue Erfahrungswerte bei den Teilnehmern. Egal ob Ballspiele, Übungen mit Pezziball, Rollbrett, Trampolin, Balancieren oder das Überwinden bzw. Erklettern von höheren Hindernissen, die Teilnehmer gehen selbstbewusst und voller Tatendrang an die geforderten Aufgaben und meistern die Übungen gekonnt.

Michelle an der Kletterwand

Innerhalb der Gruppe herrscht eine freundliche Atmosphäre, in der jeder anerkannt wird. Klappt eine Übung nicht direkt, so wird man von den anderen Sportlern nicht ausgelacht, sondern ermuntert es erneut zu probieren. Für mich als Übungsleiter ist jeder Dienstag eine neue Herausforderung den Sportlern eine interessante und abwechslungsreiche Übungsstunde zu bieten, die allen Teilnehmern im Rahmen ihrer Möglichkeiten Sport zu treiben gerecht wird. In diesem Sinne werden neben bekannten Übungen auch neue Dinge ausprobiert und erlernt.
Unter diesem Motto ist auch die Teilnahme am Sportabzei-chentag, am 28.06.2013 im Stadion Reinshagen zu sehen. Der Sportbund Remscheid und die Stadtsparkasse richteten diesen Tag zum 100-jährigen Jubiläum des Deutschen Sportabzeichens aus. Trotz reger Werbung für die Abnahme des Sportabzeichens für Behinderte fanden nur die Teilnehmer der RTB-Sportgruppe den Weg an diesem regnerischen und nasskalten Junitag ins Stadion. Sie machten allesamt gänzlich neue Erfahrungen bei den geforderten Übungen für das Sportabzeichen. Da der Katalog der abzulegenden Leistungen und Disziplinen sehr umfangreich ist, erfuhren Sportbund, Sparkasse und Sportler Unterstützung vom TSV Bayer 04 Leverkusen. Der BSNW-Sportabzeichen-Prüfer Horst Brune, reiste eigens zum Sportabzeichentag an, um die Leistungen der Sportler mit Handicap abzunehmen.

Beim Zielwurf, eine der Disziplinen für Sportler mit Handicap im Bereich Koordination

Im Vorfeld hatte er bereits die Voraussetzungen geschaffen und die Teilnehmer klassifiziert. Aus dem Katalog suchte er dann die möglichen Übungen in den Bereichen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination je nach Behinderung aus. Die Teilnehmer mussten erkennen, dass man das Deutsche Sportabzeichen nicht geschenkt bekommt. Am Ende des Tages konnten von fünf Teilnehmern zwei das Sportabzeichen erreichen. Michelle von Dreusche legte das Sportabzeichen in Bronze und Amelie Hoff das Sportabzeichen in Silber ab.

Amelie und Michelle mit Urkunde und Sportabzeichen

Für die restlichen Teilnehmer zählte der paralympische Gedanke und die Gewissheit für das nächste Jahr zu üben und es erneut zu versuchen.

Am letzten Oktoberwochenende fand der 13. Remscheider Röntgenlauf statt. Zum zweiten Male gab es eine Wertung für Menschen mit Behinderung. Leider fiel das Röntgenlauf- wochenende genau in die Mitte der Schulferien, so dass keine RTB`ler mit Handicap am Start waren. Der 26.Oktober 2014 ist allerdings fest notiert und es werden sicherlich einige Läufer des RTB dabei sein.

Das Remscheider Sportbad erlebte im Jahr 2013 nur eine Großveranstaltung. Da die Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften 2013 nach Goslar vergeben wurden, konzentrierten sich der Behindertensport Verband NW e.V. und die SG Remscheid auf die Durchführung des 7. BSNW Kurzbahn Cups, einem zumindest in Deutschland einzigartigem integrativen Schwimmwettkampf auf hohem sportlichen Niveau. Mittels einer mathematischen Formel werden die erschwommenen Zeiten aller Schwimmer in Punkte umgerechnet, so dass über die erreichten Punkte die Leistungen von Schwimmern mit und ohne Behinderung fair vergleichbar sind. Insgesamt wurden von den Schwimmern mit Handicap 7 Deutsche Rekorde und ein Weltrekord geschwommen Highlight natürlich der Wetrekord von Vera Thamm vom TSV Bayer 04 Leverkusen in der Startklasse S3 über 50m Brust in 1:12,76 Minuten, was 1068 Punkte bedeutete.

Weltrekordlerin und Weltmeisterin Vera Thamm im Sportbad

Mit dabei auch die Remscheider Lokalmatadoren Anna Krzyzaniak, Anna-Lena Kintscher und Hannes Schürmann, die allesamt gute Leistungen zeigten und einige Medaillen erschwammen.

Gerade unser Vereinsmitglied Hannes Schürmann musste im Wettkampfjahr 2013 schmerzlich erleben, dass es im Sport nicht nur steil aufwärts geht, sondern Höhen und auch Tiefen zu einer Sportkarriere gehören. Aufgenommen in die Nationalmannschaft Schwimmen des DBS mit C-Kader-Status und ins Perspektivteam Rio 2016 des Olympiastützpunktes Rheinland startete er mit starken Leistungen, neuen Bestleistungen und Meistertiteln bei den Danish Open in Esbjerg und den Süddeutschen Meisterschaften in Darmstadt, wo er auch die Normen für Jugendweltmeisterschaften in Puerto Rico unterbieten konnte. Anfang April musste der junge Sportler dann erfahren, wie nah Freud und Leid im Sport beieinander liegen. Eine Knochenerkrankung am rechten Bein zog eine längere Wettkampfpause und eingeschränktes Training nach sich. Hannes Schürmann konnte ab diesem Zeitpunkt nur noch aus dem Oberkörper und den Armen heraus trainieren. Das verletzte Bein durfte nicht belastet werden, daher trainierte er neben den vielen Wassereinheiten verstärkt im Athletikbereich außerhalb des Wassers. Trotzdem konnte er mit der 4x50 Freistilstaffel und 4x 50m Lagenstaffel des TSV Bayer 04 Leverkusen bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften Ende Mai in Berlin Deutscher Vizemeister werden. Auf Einzelstarts verzichtete er aufgrund der Verletzung. Am Rande der IDM wurde Schürmann auch in das Aufgebot des Deutschen Behindertensport Verbandes für die Jugendweltmeisterschaften, die im August in Puerto Rico stattfanden, berufen. Trotz seiner eingeschränkten Möglichkeiten erschwamm er vier Medaillen bei der JWM. Das waren zwei Bronzemedaillen bei den Einzelstarts über 50m und 400m Freistil und zwei Goldmedaillen mit der Deutschen 4x 100m Freistil- und 4x 100m Lagenstaffel.

Hannes Schürmann`s Medaillen in Puerto Rico
(Quelle: Berliner Schwimmteam)

Insgesamt ein toller Erfolg. Anfang November musste sich Hannes Schürmann einem operativen Eingriff am erkrankten Bein unterziehen. Mittlerweile ist er wieder im, nach wie vor eingeschränkten, Trainingsbetrieb und hofft, bei guter Heilung im Frühjahr 2014 wieder voll ins Training einsteigen zu können. Geplante Starts sind im Februar 2014 bei den Süddeutschen Meisterschaften in Darmstadt, so wie bei den British Open in Glasgow und den Internationalen Deutschen Meisterschaften in Berlin im April. Bei diesen Wettkämpfen möchte Hannes Schürmann die Qualifikationen für die Europameisterschaften im Spätsommer 2014 erreichen.

Dass Inklusion nicht nur im Breitensport, sondern auch im Leistungs-sport ein Thema ist, zeigt ein Beispiel der SG Bayer Wuppertal / Uerdingen / Dormagen, die im nationalen Schwimmleistungssport sicherlich ein Aushängeschild ist. Im Herbst 2013 wurde die Behindertenschwimmsportabteilung des TSV Bayer 04 Leverkusen in diese SG aufgenommen, die sich nunmehr SG Bayer nennt.

Das neue Team der SG Bayer in Wuppertal mit Offiziellen und Trainern

Zuerst einmal am Standort Wuppertal, aber auch zukünftig an allen anderen Standorten, soll der Behindertensport gefördert werden und die Athleten gemeinsam trainieren. Das ist ein klares Zeichen der Wertschätzung an den Behindertensport, von dem sicherlich die Athleten profitieren werden. Auch Hannes Schürmann startet seit dem Herbst unter der Flagge der SG Bayer.

Liebe Vereinsmitglieder, der Behindertensport entwickelt sich nicht nur in unserem Verein weiter. Er erfährt immer mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit in der Gesellschaft. Wir, der Reinshagener Turnerbund, sind mit unseren Sportlern, Aktivitäten und Angeboten nicht nur dabei, sondern mittendrin. Ich hoffe Euch auch in den nächsten Jahren noch viel Positives berichten zu können.

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