Nachrichten
Kontakt
Beitrag / Anmeldung
Sportangebot/Abteilungen
Verein, Organisation
Internetzeitung 2019
Internetzeitung 2018
Internetzeitung 2017
Internetzeitung 2016
Internetzeitung 2015
Internetzeitung 2014
Internetzeitung 2013
   Jubiläum in 2013
   Sportabzeichen 2013
   Leichtathleten, Wanderung
   Wanderung Marathonteam
   Fahrradtour der Leichtathleten
   Leichtathleten bei den Raumfahrern
   Umstellung auf SEPA
   Behindertensport
   Fahrradkurs
   Laufkurs Ki + Ju
   Lauftreff
   Wirbelsäulengymnastik II
   Fussball RTB 1973
   Sportabzeichenwettbewerb
   Eltern-Kind-Turnen
   Leichtathletik "Fitte Kids"
   Sport-Spiel-Spaß 4-6J
   Stepp Areobic
   Powergirls
   Fitness Frauen
   Fitness Männer
   Seniorensport
   AbenteuerTurnen
   Deutsches Turnfest 2013
   Gymmotion 2013
   Hockey
   Marathonteam
   Pilates
   Wirbelsäulengymnastik I
   Zumba - Kurs
   LG Remscheid
Internetzeitung 2012
Internetzeitung 2011
Internetzeitung 2010
Internetzeitung 2009
Internetzeitung 2008
Internetzeitung 2007
Internet-Zeitung 2006
Internet-Zeitung 2005
Internet-Zeitung 2004
Vereinszeitungen
Sportstätten
Impressum + Datenschutz

   



RTB Marathonteam Wanderwochenende 2013
von Gerd Dürr

UNESO-Weltkulturerbe

Heike und Udo hatten sich dieses Jahr gedacht, dass wir mal einen geschützten „Schieferfelsen im Weltkulturerbe der Unesco Oberes Mittelrheintal“ besuchen. Das klingt übrigens schlimmer als es war. Gemeint war nämlich die Loreley bei St. Goarshausen - und von hier aus sollte es einmal sowohl nach Norden als auch nach Süden über den Rheinsteig gehen.
Also trafen sich am Abend des 23. August 2013 im Hotel Loreley Heike und Udo Stollwerk mit Dieter Kopp und Peter Gerber, Gerd und Karin Dürr, Renate Pelzer und Birgit Henke, Dorothea und Farahbod Scheida mit seiner Schwester Fahroshi, Rolf Brand und Edeltraut Zimmermann, Karl-Horst und Monika Röhrig, Klaus und Babette Lipus, Hans-Peter Volkmer, Matthias und Birgitt Bioly; später trafen noch Axel und Claudia Schacht zu uns.
Im Biergarten des Hotels hatten wir an diesem Abend schon ziemlich viel Spaß – und die Retro-Einrichtung des Hotels tat dann ihr übriges um uns zu erheitern. Die Einrichtung war irgendwie „rustikal“, womit das Hotel auch warb. Rustikal musste man auch selber sein.

Eine geheimnisvolle Nixe
Nur wer am nächsten Morgen bereit war, um 7 Uhr ein kleines Läufchen vor dem Frühstück zu wagen (es war ein kleine, exklusive Gruppe) kam in den Genuss, die Nixe Loreley als Statue auf der Hafenmole des Loreleyhafens zu bewundern. Ein Geschenk der Künstlerin Natasha Alexandrowna Prinzessin Jusoppow 1983 an die Stadt Sankt Goarshausen. Eine interessante Geschichte tut sich hier im Nachhinein auf. Unter dem Namen der Künstlerin findet sich im Lexikon/Onlinelexikon nur der Name des Mörders von Rasputin: Felix Alexander Jussupow. Die Künstlerin ist angeblich mit ihm verwandt. Wer mehr zu der bemerkenswerten (!) Geschichte von Künstlerin und Skulptur wissen möchte, siehe unter:
www.tillschroeder.de/artikel/loreley-tagesspiegel.htm

St. Goarshausen – Loreley - Kaub
Nach dem Frühstück war es dann wieder so weit: wir wanderten auf einer von Udo und Heike vorab erprobten Route. Seit einigen Jahren weiß ich, dass diese Wanderrouten optimal ausgesucht sind und für mich jedes Mal eine Neuentdeckung einer deutschen Wandergegend bedeuten. Ich war gespannt und wurde, soviel sei gesagt, nicht enttäuscht. Es ging eine Etappe auf dem Rheinsteig entlang, von St. Goarshausen nach Kaub. Erster Stopp sollte dabei die Loreley sein. Die Etappe wird auf der Homepage des Rheinsteiges mit 22 Km beschrieben. Der Rheinsteg tat das, was er immer tut: er ging „rauf und runter“. Das Wandern auf dieser Etappe war kein Sonntagsspaziergang, das merkten wir schon beim ersten Anstieg in St. Goarshausen.
Auf dem Loreleyfelsen angekommen, hatte wir ein Drittel der Strecke hinter uns gebracht und durften den Trubel auf der Loreley bestaunen. Hier war so einiges los, da am gleichen Abend das Konzert der „Kastelruther Spatzen“ stattfand. Die Liebhaber dieser besonderen Musikrichtung stellten sich bereits Stunden vorher beim Eingang auf, um den besten Platz vor der Freilichtbühne zu bekommen.
Von dieser Art Trubel ganz unberührt begaben sich viele Wanderer vom RTB erst einmal zur Sommerrodel-bahn vor Ort. Auch ich fand nach und nach Gefallen an dieser Art modernen Unterhaltung und raste zwei Mal „sinnlos“ den Blechkanal hinunter. Im Grunde handelte es sich lediglich um einen, auf einer freien Hangwiese angelegten Blechkanal. In diesem Blechkanal fährt man den Hang hinunter, nachdem man sich vorab in eine Art Fernsehsessel mit Rädern gesetzt hat und den Hang hoch gezogen wird. Dabei mach man ein möglichst cooles Gesicht und versucht, wenig oder gar nicht zu bremsen. Passieren kann nichts, der rasende Sessel kann nicht aus der Kurve fliegen. Übrigens: Mit Rodeln hat das m.E. nicht viel zu tun. Man kann noch nicht einmal eine „Schlittenkette bilden“.
Der ganze Bereich auf der Loreley war weitläufiger als ich dachte. Nach einiger Zeit hatten wir zunächst etwas Mühe, uns wiederzufinden. Karin und ich freuten uns schon auf die Gesangseinlage von Udo und suchten den Treffpunkt auf dem Loreley-Felsen. Irgendwann war es dann auch so weit. Udo gab die Loreley; Text: Heinrich Heine, vertont von Friedrich Silcher.“Ich weiß nicht was soll es bedeuten, …?“
Infolge dieser Gesangseinlage kam es zu einem kleinen historischen Ereignis. Eine gerade angereiste Hochzeitsgesellschaft bog just in dem Moment um die Ecke, als Udo anhob. Braut und Bräutigam, und mit ihnen die ganze „Bagage“, für die die Loreley wohl einen besondere Bedeutung hatte, blieben stehen und lauschten sehr ergriffen dem Liedgut von Udo, bis zum Schluss. Zahlreiche Fotoapparate und Kameras der Brautgesellschaft wurden gezückt, sodass die ganze Angelegenheit für die Nachwelt erhalten bleibt. Udo ist damit wohl für alle Ewigkeiten in die Geschichte des jungen Brautpaares eingegangen.
Von dieser Begebenheit angetan, setzten wir beschwingt unsere Wanderung fort. Unterwegs trafen wir auf eine kleine Ausstellung vom MiniCoopern mitten auf der Wiese. Piet und ich wollten gleich wissen was los sei. Piet: “Das hat doch wohl nichts mit den Kastelruther Spatzen zu tun“? „Nein, ganz bestimmt nicht“, versicherten die jungen Mitarbeiter einer Autofirma „Dann ist ja gut“, meinte Piet. Allgemeines Gelächter. Aufgemuntert setzten wir unsere Wanderung, bergauf und bergab, teilweise auf kleinen Pfaden entlang eines Höhenkammes, fort. Interessante und unterhaltsame Gespräche kamen unterwegs zustande.


Einsetzender Regen und einige andere kleinere Begebenheiten ließen uns unterwegs zu dem Schluss kommen, die Wanderung gegen Ende zu verkürzen. Der Rheinsteig verläuft im Grunde immer über einen Höhenkamm entlang des Rheines, welcher es an vielen Stellen zulässt, hinabzusteigen und unten am Rhein nach Möglichkeiten eines frühzeitigen Rücktransportes zu suchen oder eine Etappe in flachem Gelände fortzusetzen. Kaub erreichten wir, alle triefend nass, nach 3-4 Kilometern auf einer Etappe am Rhein entlang. Im Grunde kämpften wir uns zwischen Schnellstraße und nebelverhangenem Rhein der Stadt Kauf entgegen. Am Ortseingang war kein Mensch zusehen. 1620 soll hier die Pest gewütet haben – aber das haben die doch jetzt wohl im Griff, oder? Selbst das Häuschen, in welchem die Tickets für unsere Rückfahrt per Schiff gekauft werden sollten, war unbesetzt. Man solle eine bestimmte Telefonnummer anrufen, man käme dann, stand auf einem Zettel. Nebenbei: das mit dem Anruf klappte. Bald sahen wir aber richtige Menschen in Kaub. Nämlich in einer Art Weinstube. Wir alle Mann/Frau rein in die gute Stube und die verdutzte Wirtin für kurze Zeit in einen Konflikt versetzt: Sollte sie uns ca. 20 triefnassen Leute herein lassen, dann wäre alles nass und sie würde anschließend aufwischen müssen – andererseits wollte sie sich ein kleines Geschäft am Samstagnachmittag auch nicht entgehen lassen. Den inneren Konflikt, den sie mit sich austrug, glaubte ich ihr anzusehen. Dann kam ihr wohl die rettende Lösung. „Zieht die nassen Sachen aus und hängt sie in den Gang; gute Idee. Der Gang war ein großer überdachter Hof, wie sie Straußenwirtschaften oft haben. Also zogen sich 20 Leute erst einmal aus und um. Rolf und ich bezweifelten zwar mal wieder, dass die Wirtsleute in der Lage seien, uns in 50 Minuten alle getränkemäßig abzufertigen, unser Schiff würde nicht warten. Die Wirtsleute waren mit der Gästemenge echt überfordert, aber es hat dann doch noch geklappt. Bezahlen durfte ich für alle, hatte ich doch 2 Tage vorher Geburtstag, so ähnlich wie jedes Jahr auf unseren Wanderungen. Aber es gibt, so könnt ihr mir glauben, keine andere Geburtstagsrunde, die ich so gerne begleiche wie die Runde auf der RTB-Wanderung. Das könnt ihr mir glauben. Ich freu mich schon auf nächstes Jahr.


Die Rückfahrt nach St. Goarshausen fand auf einem Raddampfer aus dem 19. Jahrhundert statt. Während ich so versonnen den Radantrieb durch die Plexiglasscheibe betrachtete, fing Karl-Horst an, mir die Mechanik genau zu erklären. Der kannte sich verflixt gut aus. Bauen die wahrscheinlich alles bei Gedore, dachte ich mir dann. Der Röhrig hat wahrscheinlich die Antriebswelle noch selber geschmiedet, so Ende des 19. Jahr-hunderts.
Für den Abend hatte Udo eine urige Kneipe in der kleinen Altstadt von St. Goarshausen gewählt. Wie immer, wenn wir abends irgendwo einkehren, räumten wir das Mobiliar erst einmal um (Tische wurden zusammengestellt) und ein fröhlicher Abend konnte beginnen. Nach dem Essen stimmte Udo sein entsprechendes Liedgut an. Unterm anderem sang er die Parodie auf die Loreley von Millowitsch „Lore leih mir dein Herz“ und mir wurde plötzlich so karnevalistisch zumute … und dann passierte das, was ich nie vorher gedacht hätte: Ich fing an zu schunkeln, Karin ebenfalls. Ihr könnt mir glauben, das war für uns beide das erste mal. Karin bestätigte mir hinterher, dass sie nie gedacht hat, eines Tages auf so Lieder wie „Kornblumenblau“ spontan und freiwillig zu schunkeln. Vielleicht lag es einfach nur am Alter oder aber an der Tatsache, dass Udo noch immer nicht die Vokalversion von „Smoke on the water“ drauf hat, oder auch am Alkohol. Wer weiß?

Kerst – St. Goarshausen
Am Sonntag führte uns der Weg in nördlicher Richtung. Wir fuhren mit der Bahn eine Stationen den Rhein abwärts nach Kerst.
Am Rande des kleinen Örtchens führte der Rheinsteig eine Natursteintreppe hoch und tat dann, was er immer tut: er geht bergauf und bergab. Wieder ging es über Höhenzüge und durch Täler. Kurz vor Wellmich wurden wir belehrt, dass es hier einmal Erzabbau gab. Eine Lore, nein, nicht Frau Lore Ley, sondern ein Transport-wagen aus dem Bergbau, markierte einen Punkt dieser Grube, die 1958 eigestellt wurde. Die Erinnerung daran hält ein Lehrpfad wach. Eine Erzgrube in einem Weinanabaugebiet. Davon hatten wir auch noch nichts gehört.
Udo schaute auf die Uhr und drängte uns zum Aufbruch. Wir waren im nächsten Tal in Örtchen Wellmich verabredet, wo man im Gasthaus „Zum Saustall“ für unser leibliches Wohl sorgen wollte. Das war kein Etablissement, in welchem die Betreiber Messies sind und langsam und sicher verwahrlosen, sondern eine Art Weinlokal in einem kleinen und alten Häuschen, wie es in der Gegend üblich ist. Wir hielten uns mehr im Hof der Gaststätte auf und konnten die angepriesene Walnusstorte genießen. Wer etwas Herzhaftes haben wollte, bekam auch dies. Ein Gericht wurde sogar in einem originalen Aluminium-Henkelmann serviert. So etwas hatte ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Der Inhaber der Kneipe war, so viel konnte man feststellen, ein Sammler. Insbesondere alte Alumniumtöpfe hatten es ihm angetan.
Hier wurde auch der Wein aus Wellmicher Hanglage, 70 Grad Steillage angeboten. Leider erst nach dieser Wanderetappe zu empfehlen, denn es ging, der geneigte Leser glaubt es kaum, wieder mächtig nach oben. Oben thronte Burg Maus, eine Anlage, die zur Zeit der Romantik so ausgebaut wurde, dass ihr Ruinencharakter erhalten blieb. Burg Maus war geschlossen, vermutlich Privatbesitz. Am Vortag, so müsste ich noch erwähnen, sahen wir schon während unserer Wanderung Burg Katz. Aber im Grunde standen in dieser Gegend so viele Burgruinen herum, dass ich mir die einzelnen Namen nicht merken konnte.
Nach Burg Maus überschritten wir eine Art Hochebene. Einen Ausläufer des Westerwaldes, so schätze ich. Der Pfad lief entlang einiger Täler und steiler Abbrüche und hatte etwas Abenteuerliches an sich. Nach einem er vielen Abstiege durch wilde Vegetation und durch einen Weinberg erreichten wir den Ortsrand von St. Goarshausen, ganz in der Nähe unseres Hotels.

Fazit: Tolle Wanderung … und der zeitweise heftige Regen gehörte irgendwie dazu.
Bleibt noch die Frage: wohin geht es nächstes Jahr, Heike und Udo?

Weitere Fotos unter www.rtb-marathonteam.de



Druckversion          © 2004-2019 by Reinshagener Turnerbund 1910 e.V.