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Aus der Vereinsgeschichte des Reinshagener Turnerbundes 1910 e.V.

Vorwort: dem leider allzu früh verstorbenen Turnbruder Otto Brüne haben wir es zu danken, das die nachstehenden Fakten, Ereignisse und "Dönkes“ aus der Geschichte des Reinshagener Turnerbundes aufgezeichnet wurden und in den Festschriften anlässlich des 50-jährigen und 60-jährigen Bestehens bereits dokumentiert wurden. Die Formulierungen Otto Brünes sind hier im Original von 1960/1970 übernommen worden und sie sind selbst ein sprachgeschichtliches Dokument, das mit großem Interesse zu lesen ist. Otto Brüne fand nicht nur selbst immer gerne Zuhörer, sondern zum Glück nachfolgender Generationen hörte er auch gerne zu und darum ist der nachfolgende Beitrag eine Mischung aus Überliefertem und selbst Erlebtem, so wie es nur Otto Brüne in der Turnern eigenen Sprache seiner Zeit niederschreiben konnte.

In dem nachstehenden Aufsatz will ich versuchen, in gedrängter Form den Werdegang unseres Reinshagener Turnerbundes von seiner “Geburt“ bis zu seinem nunmehrigen 60-jährigen“Geburtstag“ zu schildern.

Im Jahre 1910 gab es in den verschiedenen Remscheider Ortsteilen bereits Turnvereine, und auch in Reinshagen wurde geturnt, jedoch nur “wild“, wie man das damals nannte. Fast jedes Haus hatte ja im Garten ein Teppichreck, und an diesen Geräten versuchte man sich in der edlen Kunst des Geräteturnens. Ein solches Reck stand auch im Garten des elterlichen Anwesens von Eugen Wüstermann, und hier wurde besonders eifrig geturnt. Eines Tages war es dann soweit: man beschloß, in Reinshagen einen Turnverein zu gründen.

Nach einigen vorbereitenden Zusammenkünften im Lokal “Zur alten Schmiede“ wurde dann unser REINSHAGENER TURNERBUND am 21. Juni 1910 aus der Taufe gehoben. An dieser Gründungsversammlung nahmen u.a. teil:

Wilhelm Hegemann
Eugen Wüstermann
Walter Schumacher sen.
Robert Sülberg
Wilhelm Hallerbäumer
Hans Stockder

Letzterer war der Sohn des Inhabers der “Alten Schmiede“, daher wurde dieses Lokal ab sofort auch zum Vereins- und Turnlokal ernannt.

Die “Wiege“ des Reinshagener Turnerbund

Da ein geeigneter Raum zum Turnen fehlte, mußte notgedrungen die Kegelbahn des Lokals für diesen Zweck herhalten.

Zum 1. Vorsitzenden hatte man Turnbruder Richard Wolfermann gewählt und mit dieser Wahl einen guten Griff getan. Er hatte lange Jahre in seiner Geburtsstadt Hilgen den dortigen Turnverein geführt und sich nach seiner Versetzung nach Remscheid dem RTV angeschlossen. Unter der kundigen Leitung dieses bewährten Vorsitzenden wurde im Reinshagener Turnerbund bald ein reges Vereinsleben aufgezogen, das sich nicht nur auf das Geräteturnen beschränkte, sondern neben leichtathletischen Übungen auch die Sommerspiele Faustball und Schlagball einbezog.

In turnbrüderlicher Kameradschaft halfen die “alten“ Remscheider Turnvereine mit Vorturnern aus, und diese kamen recht gerne nach Reinshagen. Hatte man sich auf dem Kegelbahn-Turnboden redlich geplagt und manchen Schweißtropfen vergossen, dann konnte man unmöglich gleich nach der Turnstunde nach Hause gehen. Im Lokal gleich nebenan soll es dann recht häufig “bes en die klienen Uhren“ durchgegangen sein. (Dieser Brauch hat sich übrigens bis zum heutigen Tage weiterhin erhalten !)

Selbstverständlich machte der neugebackene Turnerbund auch bei allen größeren anderweitigen Veranstaltungen mit und zwar in einer Stärke, an der man sich heute noch ein Beispiel nehmen könnte.
Die anderen Vereine, die bei derlei Anlässen ebenfalls geschlossen antraten, führten hierbei stets eine Vereinsfahne mit; nur die wackeren Reinshagener hatten noch keine. So ging das also nicht weiter. Durch Umlage in den eigenen Reihen sowie Spenden aus der Reinshagener Bürgerschaft war bald der Betrag von 600 Goldmark aufgebracht, den solch eine Fahne kosten sollte.

Die Fertigung dieser Fahne übernahm die Bonner Fahnenfabrik, der Entwurf jedoch stammte aus eigenen Reihen. Hier war es der Turnbruder Hans Stockder, der in mühsamer Kleinarbeit Zeichen um Zeichen formte: Auf der einen Seite der Fahne das von einem Eichenlaubkranz umrahmte alte Turnermotto “Frisch – Fromm – Fröhlich – Frei“, auf der anderen Seite der fliegende deutsche Adler, der sich über das heimatliche “Roemryke Berge“ schirmend aufschwingt.
Am 25. August 1913 fand die feierliche Fahnenweihe statt, nach einem Festzug durch den heimatlichen Westbezirk marschierte man unter Vorantritt einer Musikkapelle zur Stadtparkhalle, wo aus Anlaß der Fahnenweihe ein Fest mit reichhaltigem Programm durchgeführt wurde.

Im gleichen Jahre fand in Leipzig das Deutsche Turnfest statt. Vom RTB nahmen die Turnbrüder Eugen Wüstermann und Walter Schumacher sen. teil. Es war für sie selbstverständlich, daß sie zu diesem Turnfest die neue Fahne mitnahmen und im Festzug trugen.

Durch den bald darauf ausbrechenden 1. Weltkrieg kam der Turn- und Spielbetrieb fast restlos zum Erliegen, wurden doch nicht weniger als 75 aktive Mitglieder eingezogen, von denen 9 Turnkameraden nicht zurückkehrten. Aber gleich nach Beendigung des Krieges begann man wieder mit der Vereinsarbeit.

In der 1. Hauptversammlung nach dem 1. Weltkrieg wurde wiederum Richard Wolfermann zum 1. Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Leitung und der tatkräftigen Unterstützung seiner Mithelfer hatten die einzelnen Abteilungen rasch wieder eine beachtliche Stärke erreicht. Neben den bisherigen Riegen wurde auch eine Fußballabteilung gegründet. Gerade die “Veteranen“ dieser Abteilung erinnern sich heute noch gerne an diese Zeit, wo es per Eisenbahn, Straßenbahn oder zu Fuß nach Hückeswagen, Wipperfürth und “op de Dörper“ ging, um sich mit den dortigen Vereinen zu messen.

Schon 1 Jahr nach dem turnerischen Wiederbeginn konnte der RTB sein 10-jähriges Vereinsbestehen feiern, selbstverständlich im “Schloß Küppelstein“, wo damals alle unsere größeren Festlichkeiten stattfanden.
Auf dieser Jubiläumsfeier überreichte die damalige Jugendabteilung einen namhaften Betrag für den Bau einer vereinseigenen Turnhalle. Wie man sieht, ist die Idee für eine eigene Turnhalle also genau 50 Jahre alt. ( Anmerkung: dieser Artikel wurde 1970 geschrieben. Der RTB strebte zu dieser Zeit den Bau einer eigenen Halle an, was dann allerdings erst fast 20 Jahre später zum Bau der Sporthalle West durch die Stadt Remscheid geführt hat ). Die bald darauf einsetzende Inflation ließ aber alle diese schönen Pläne wie eine Seifenblase platzen.

Dagegen hatten sich die Mitglieder des RTB in gemeinsamer Arbeit ohne irgendwelche behördliche Unterstützung an der Küppelsteiner Straße einen eigenen Sportplatz gebaut. Durch Spenden aus eigenen Reihen sowie der Bürgerschaft Reinshagen waren die notwendigen Gelder gesammelt worden. Auch die in Reinshagen und Güldenwerth beheimateten Betriebe steuerten zur guten Sache bei, teils durch klingende Münze, teils durch Stiftung von Asche und Rohren sowie kostenlose Bereitstellung von Fuhrwerken.
Die eigentliche Einweihung des Sportplatzes fand jedoch erst im Jahre 1921 statt. Die Platzeinweihung wurde mit dem Bezirksturnfest der Remscheider Turnvereine gekoppelt, das der Reinshagener Turnerbund zur Ausrichtung übernommen hatte. Es war also das erste größere Turnfest auf eigenem Platze, das hier durchgeführt wurde.
1921 Endstation der Staßenbahn Reinshagen, Bürgerfest Marsch zum neuen Sportplatz

Im Jahre 1923 wurde das neben dem Sportplatz errichtete Ehrenmal zum Gedenken an die gefallenen Turner des 1. Weltkrieges feierlich eingeweiht.

Im gleichen Jahr fand in München das Deutsche Turnfest statt. Damals war Reinshagen von den Franzosen besetzt. Wenn ich sage “Reinshagen“, dann stimmt das schon, denn die Demarkationslinie ging quer durch Remscheid. Wir gehörten also zum “besetzten Gebiet“ und den darin Ansässigen war es seitens der Besatzungsmacht verboten, an diesem Deutschen Turnfest teilzunehmen.
Trotz dieses Verbotes fuhren jedoch viele Turner in die bayrische Hauptstadt, wobei es viele Vereine verstanden, auch ihre Fahnen mitzunehmen. Auch vom Reinshagener Turnerbund fuhren natürlich eine ganze Anzahl Turner nach München, um am deutschen Turnfest teilzunehmen. Da der Termin mitten in die Inflation fiel, fuhren alle Reinshagener stolz als Millionäre gen München, trotzdem gelang es nur mit Mühe, bei der rapide fortschreitenden Geldentwertung mit den letzten “Kröten“ wieder in die heimatlichen Gefilde zu gelangen. Die bald danach eingeführte Rentenmark rief in der Vereinskasse eine akute Ebbe hervor, die die immer noch vorhandenen Träume einer vereinseigenen Turnhalle endgültig platzen ließen.

Im Jahre 1924 trennte sich die Fußballabteilung des Reinshagener Turnerbundes von ihrem bisherigen Verein, um im Westbezirk einen eigenen Fußballverein zu gründen. Der durch diese Trennung hervorgerufene Mitgliederschwund machte sich zunächst ungünstig für das weitere Vereinsleben des RTB bemerkbar.

Im Jahre 1925 tauchte dann ein Projekt auf, das für den Reinshagener Turnerbund von überragender Bedeutung werden sollte.

Der Kreis VIII b der damaligen Deutschen Turnerschaft (vergleichbar mit dem heutigen “Rheinischen Turnerbund“) erwarb eine von der inzwischen abgerückten französischen Besatzungsmacht hinterlassene Pferdebestallung, mit dazugehörigen Mannschaftsgebäuden. Die Stadt Remscheid überließ dem Kreis VIII b den nötigen Grund und Boden, und so erstand aus den abgebrochenen Gebäudeteilen das “Kreisheim Edmund-Neuendorf-Haus“, unser heutiges Rheinisches Turnerheim (das inzwischen zum Gästehaus der Stadt Remscheid und zum Schulgebäude der Grundschule Reinshagen wurde und die Halle am Schimmelbuschweg beherbergt ).

Das "Kreisheim" im Bau Die erste Postkarte vom "Kreisheim"

Dieses Bild der Männer-Turnriege wurde im März 1927 in der neuen Turnhalle im Kreisheim aufgenommen.
Schon bald konnte der RTB als Mieter für einige Turnabende seine Übungsstunden in das wunderschöne neue Kreisheim verlegen. Der Reinshagener Turnerbund hatte endlich eine “Heimat“ und konnte vom Wirtshaussaal in die modern eingerichtete Turnhalle übersiedeln. Es ist verständlich, daß dies wieder einen beachtlichen Aufschwung des Turnbetriebes mit sich brachte. Die stärkste Riege in den damaligen Jahren war wohl die Turner-Altersriege, von der auch fast alle Impulse für das damalige Vereinsleben ausgingen.

Das nächste deutsche Turnfest fand im Jahre 1928 in Köln statt und wurde von einer großen Anzahl Turnerinnen und Turner unseres RTB besucht.

Auf der Jahreshauptversammlung 1929 bat Turnbruder Richard Wolfermann, daß man ihn nach 18-jähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzenden von diesem Posten ablöse. Er wird von der Versammlung spontan zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Turnbruder Paul Weber übernimmt das Amt des 1. Vorsitzenden, jedoch nur für 1 Jahr. Sein Nachfolger wird der in weitesten Turner- und Bürgerkreisen bekannte und geachtete Eugen Wüstermann.

Zum Deutschen Turnfest nach Stuttgart 1933 fährt wiederum eine stattliche Anzahl von Turnerinnen und Turnern unseres RTB, es war das letzte Deutsche Turnfest der alten DT, der Deutschen Turnerschaft. Bald darauf geht diese als “Fachschaft Turnen“ im NSRFL (Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen) auf. Durch konkrete “Richtlinien von oben“ werden aus den Vereinsvorsitzenden “Vereinsführer“, die ihre Mitarbeiter bestimmen und dort einsetzen, wo sie es für richtig halten. Nur am Rande sei vermerkt, daß unser Vorsitzender Eugen Wüstermann von dieser Befugnis nie Gebrauch gemacht hat, sondern sich auch weiterhin für das demokratische Prinzip entschied, nach dem die Versammlung die Vorstandsmitglieder in freier Wahl wählt.

Im Jahre 1934 stirbt unser Ehrenvorsitzender Richard Wolfermann, die ganze Vereinsfamilie trauert um diesen Verlust, und die überaus starke Beteiligung bei seiner Beisetzung beweist noch einmal seine Beliebtheit im RTB.

Stiftungsfest 1930 (interessant ist ein Vergleich mit dem 3 Jahre zuvor aufgenommenen Foto der Männer-Turnriege) Vorturner Gustaf Kellerhoff ist korrekt gekleidet

Am 29.06.1935 feiert der RTB sein 25-jähriges Stiftungsfest. Natürlich findet auch dieses Fest in den Räumen von “Schloß Küppelstein“ statt, das schon so viele Feste der Reinshagener Turner erlebt hatte. Der Festausschuß hatte sich etwas Besonderes einfallen lassen und als Musik das Trompeterkorps des Artillerieregiments Münster verpflichtet. Es war ja damals eine kleine Sensation, wenn in Remscheid ein Soldat in Uniform auftauchte, denn wir lagen ja 1935 in der sogenannten entmilitarisierten Zone. Und nun gleich eine ganze Wehrmachts-Kapelle ! Schloß Küppelstein war natürlich zu klein, um alle Gäste zu fassen, die diesem Festabend beiwohnen wollten.

Im Jahre 1938 fährt wieder ein starke Abordnung des RTB zum Deutschen Turnfest nach Breslau, das z.T. schon im drohenden Schatten der Sudetenkrise begangen wurde.

Im Jahre 1939 bricht der 2. Weltkrieg aus, wieder werden Pakete und Päckchen gepackt, um die Verbindung zu den eingezogenen Turnern aufrecht zu erhalten. Auch aus diesem Krieg kehren viele Turner nicht zurück, eine ganze Anzahl gilt heute noch als vermißt. Zu ihrem Andenken ist an unserem Gedenkstein ein Hinweis auf die Kriegsjahre 1939 – 1945 angebracht worden.

Im Laufe des Krieges wurde das Turnerheim zu einem Hilfslazarett umgewandelt, so daß der Turnbetrieb gänzlich zum Erliegen kam. Es ist das Verdienst der damaligen Altersriege, die durch regelmäßiges Faustballspielen auf dem Reinshagener Stadion die Vereinszugehörigkeit in etwa aufrecht erhielt.

In den letzten Kriegsjahren trat die Stadt Remscheid mit dem Wunsch an die Vereinsführung des RTB heran, den Sportplatz an der Küppelsteiner Straße an die Stadt abzugeben. Als Gegenleistung bot die Stadt Remscheid dem Reinshagener Turnerbund das Stadion mit allen seinen Einrichtungen an 2 Wochenabenden sowie am Sonntagvormittag an. Vielleicht sagt heute der eine oder andere: “schade um den schönen eigenen Platz“, aber unter den damaligen Kriegsverhältnissen blieb dem Vorstand gar keine andere Wahl, waren doch weder vereinseigene Kräfte da, um den eigenen Platz in Ordnung zu halten, noch wusste man, wie sich das Vereinsleben nach dem Kriege gestalten würde. Die Stadt Remscheid verpflichtete sich ferner, das Denkmal am alten Sportplatz mit einer Anlage zu versehen und in Ordnung zu halten.

Und dann ging der 2. Weltkrieg zu Ende – aber wie !

Westdeutschland wurde in Besatzungszonen eingeteilt, die von Militärregierungen verwaltet wurden. Die Reichsmark war zu einem Stück Papier entwertet, der graue und schwarze Markt trieben ihre Blüten. Jeder hatte nur noch den einen Gedanken: wie komme ich über die Runden und gewinne den Anschluß an eine bessere Zeit, die ja einmal kommen wird.
Es ist erstaunlich, daß sich in dieser schweren Zeit nach dem totalen Zusammenbruch bald wieder die Geister regten, um im Vereinsleben unseres RTB einen neuen Beginn zu wagen.
Bereits im Sommer 1945 sammelten Eugen Wüstermann und sein nimmermüder Freund Karl Thielemann, was vom RTB übrig geblieben und aus dem Kriege zurückgekehrt war. Am 9. November 1945 fand die 1. Versammlung im Saale des Lokals “Hummel“ statt, da das Turnerheim jetzt Hilfskrankenhaus geworden war.

Der neue Vorstand nach dem Kriege setzte sich wie folgt zusammen:

· 1. Vorsitzender: Eugen Wüstermann
· 2. Vorsitzender: Arno Knittel
· 1. Schriftwart: Karl Thielemann
· 2. Schriftwart: Hans Thielemann sen.
· 1. Kassierer: Reinhold Braun
· 2. Kassierer Hans Thielemann jun.
· 1. Turnwart: Kurt Schneider
· 1. Spielwart: Otto Brüne
· Gerätewart: Karl Dapprich

Um in der ersten Zeit der neuen Vereinsarbeit in engem Kontakt zu bleiben, sollten in kurzen Zeitabständen Mitgliederversammlungen abgehalten werden. Aber schon die nächste Versammlung am 7. Dezember 1945 mußte bereits nach kurzer Dauer abgebrochen werden. Nicht etwa, daß man sich über irgendwelche Dinge nicht hätte einig werden können, vielmehr herrschte im Saal eine Temperatur von minus 10°C, alle saßen mit roten Ohren und Nasen herum und froren jämmerlich. Es war eben kein Heizmaterial dagewesen, um den Saal auch nur einigermaßen zu temperieren.

Durch tatkräftigen Einsatz aller Fachwarte kam bald wieder ein blühendes Vereinsleben zustande. Bereits Ostern 1946 war der RTB als erster Remscheider Turnverein in der Lage, ein großes Faustballturnier auszurichten, an dem 32 Mannschaften teilnahmen.

Im Sommer 1947 steigt in Remscheid das erste Landesturnfest nach dem Kriege. Obmann für die Quartiere wurde unser 1. Vorsitzender Eugen Wüstermann, der uns jüngeren Turnern eröffnete, daß wir jede Menge Privatquartiere organisieren müssten. Erst glaubten wir, es sei nicht möglich, auch nur eine beschränkte Anzahl von Privatquartieren zu bekommen, denn die meisten Familien litten doch unter recht primitiven, nachkriegsbedingten Wohnverhältnissen. Aber dann geschah das nicht für möglich gehaltene. Keiner der um Privatquartier angesprochenen Bürger schloß sich aus , und es war nachher so, daß trotz der hohen Teilnehmerzahl von etwa 3.000 Turnerinnen und Turnern nicht alle gemeldeten Quartiere belegt werden konnten. Das Turnfest wurde jedenfalls zu einem vollen Erfolg und löste bei allen auswärtigen Teilnehmern hellste Begeisterung aus, bekam doch jeder zum Mittagessen einen Teller Erbsensuppe mit Einlage, gestiftet von der Stadt Remscheid. So etwas war damals weit wertvoller, als wenn heute pro Kopf ein Gericht mit mehreren Gängen kostenlos serviert würde !

Im Jahre 1948 übergibt Eugen Wüstermann den Posten des 1. Vorsitzenden, den er 18 Jahre ausgeübt hat, an seinen Freund Karl Thielemann, der zu diesem Zeitpunkt bereits über 20 Jahre im Vorstand tätig war. Eugen Wüstermann wird von der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

1950 begeht der RTB sei 40-jähriges Stiftungsfest, zu dem umfangreiche Vorarbeiten notwendig sind. Der Gedenkstein für die Gefallenen des RTB, der nun mitten im Walde steht, wo früher einmal der vereinseigene Sportplatz war, wird auf Antrag unseres Vereins durch die Stadt Remscheid an seinen jetzigen Platz neben der Turnhalle versetzt und mit einer Blumenanlage versehen.
Am Samstag, den 24. Juni 1950 turnten nachmittags die Kinderabteilungen, um den eingeladenen Eltern und Lehrern zu zeigen, was sie alles konnten. Abends stieg im Kreisheim der Festabend mit Musik, turnerischen Darbietungen und anschließendem Tanz.

Die Zeit verfliegt und schon bereiten sich eine größere Anzahl von Turnerinnen und Turnern vor, das Deutsche Turnfest 1953 in Hamburg zu besuchen. 28 Teilnehmer fahren in die Hansestadt, für unseren zahlenmäßig nicht sehr starken Verein sicher eine stattliche Anzahl.

Im September 1956 erkrankt unser beliebter 1. Vorsitzender Karl Thielemann schwer, und es ist ihm nicht möglich, die Vereinsführung weiter zu behalten. Turnbruder Emil Bertram, der bisherige 2. Vorsitzende, springt in die Bresche und wird auf der nächsten Jahreshauptversammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Neben dem Einsatz seines persönlichen Könnens hat er das Glück, alle wichtigen Vorstandsposten personell gut besetzen zu können. Er versteht es auch, das Vereinsgefüge zu festigen und “bei der Stange zu halten“, so daß es in allen Abteilungen erfreulich bergauf geht.

Am Deutschen Turnfest in München 1958 nehmen 8 Turnerinnen und Turner aktiv teil, eine größere Anzahl von Schlachtenbummlern war ebenfalls in der bayrischen Metropole. Von den 8 Teilnehmern kamen 6 mit dem Siegerkranz nach Hause.

Der Vorstand im Jahre 1960:
2. Schriftführer Ursel Knoch,
2. Vorsitzender Ernst Roth,
Spielwart Edgar Sülberg,
1. Kassierer W. Schmachtenberg,
Ehrenvors. Eugen Wüstermann,
Zeugwart Karl Dapprich,
Jugendwart Dieter Noss,
1. Vorsitzender Emil Bertram,
Jugendturnwart Gerd Tannenläufer,
Frauenwartin Thea Lohmann,
Oberturnwart Bruno Nohle,
1. Schriftführer Heinz Kosanetzky,
Kinderturnwart Werner Steidl

Im Jahre 1960 begeht der RTB sein 50-jähriges Vereinsjubiläum. Hierzu waren umfangreiche Vorarbeiten notwendig, sollte doch diese Jubiläumsveranstaltung einen besonders vielseitigen und würdigen Rahmen erhalten. Die Vorbereitung und Durchführung wurde einem von der Jahreshauptversammlung gewählten Festausschuß übertragen. Das Fest selbst wurde auf Samstag, den 2, Juli 1960 gelegt.

Die Prellballabteilung 1960 Die Seniorenabteilung 1960

An dem vorhergehenden Dienstag und Mittwoch wurden auf dem Schulhof der Schule Reinshagen anlässlich des Jubiläums-Prellballturniers die Vorrundenspiele abgewickelt. Die Ausschreibungen hierzu sahen Spiele der Männerklassen I und III vor, zu denen sich 20 Mannschaften gemeldet hatten. Die Endspiele in beiden Klassen fanden am Donnerstagabend in der Turnhalle statt. Im Endspiel der Männerklasse I standen sich die Mannschaften des TV Wald-Merscheid und unser RTB gegenüber, das die Gäste nach einem äußerst spannenden Spiel knapp für sich entscheiden konnten. In der Männerklasse III hatte sich unsere RTB-Mannschaft ebenfalls bis in das Endspiel “vorgearbeitet“, verlor hier jedoch ebenfalls knapp gegen die Mannschaft des TV Hasten.

Kinderturnen Mädchenabteilung 1960 Kinderturnen Jungenabteilung 1960


Nach der abschließenden Siegerehrung erfolgten seitens unserer Gäste die ersten Gratulationen zu unserem 50. Geburtstag, und bei der feucht-fröhlichen Nachfeier soll es noch recht spät geworden sein.
Am Freitag versammelten sich die Vereinsmitglieder um 19.00 Uhr zu einer Gedenkfeier an unserem Ehrenmal neben dem Turnerheim. Unser 1. Vorsitzender Emil Bertram hielt eine kurze Ansprache zum Gedächtnis an unsere gefallenen und vermissten Turnkameraden.
In gut-nachbarschaftlichem Verhältnis hatte sich der Männergesangverein Reinshagen bereiterklärt, diese Feierstunde mit einigen Liedvorträgen zu umrahmen.
Jugendturner 1960 Turnen Männer 1960

Anschließend fand im Wirtschaftsraum des Turnerheims ein Lichtbildvortrag statt unter dem Motto: RTB 1910 –1960. Hierzu waren von einer Anzahl alter, älterer und neuer Bilder Dias angefertigt worden, die nun in diesem Lichtbildervortrag gezeigt und begeistert aufgenommen wurden.
Die Frauenabteilung 1960 Die Frauengymnastikabteilung 1960

Das Festprogramm am Samstag begann nachmittags mit den Vorführungen der Kinderabteilungen. Ergänzend sei hierzu erwähnt, daß im Jahre 1958 Werner Steidl zu uns in den RTB kam, die Schülerabteilung übernahm und diese innerhalb kurzer Zeit zu starken Riegen formte. Unter seiner Leitung nun rollte ein buntes turnerisches und spielerisches Programm ab, an dem neben unseren Vereinsangehörigen auch die eingeladenen Eltern und sonstigen Verwandten der Kinder ihre helle Freude hatten.
Die Wandergruppe der Frauen 1960

Abends hatte sich eine festlich gestimmte Versammlung eingefunden, als unser 1. Vorsitzender Emil Bertram die Begrüßung vornahm. Viele Ehrengäste waren erschienen. Turnbruder Heinrich Meusel, der Geschäftsführer des Rheinischen Turnerbundes, hielt eine gehaltvolle Festansprache, nach deren Abschluß er dem Reinshagener Turnerbund eine Ehrenurkunde des Rheinischen Turnerbundes überreichte. Als Geschenk der Stadt Remscheid überbrachte der damalige Beigeordnete und heutige (1960) Oberstadtdirektor Dr. Krug 3 Prellbälle, für die wir ja besonders gute Verwendung hätten. Viele Gratulanten befreundeter Vereine schlossen sich dem Gratulationsreigen an. Inzwischen waren auch zahlreiche Blumengeschenke und Telegramme zu unserem Jubelfest eingetroffen.
Der damalige Gauvorsitzende zeichnete 5 Mitglieder des RTB mit der Ehrennadel des Deutsche Turnerbundes aus.
Das turnerische Rahmenprogramm wurde ausschließlich von der Turnerinnen- und Turnerabteilung durchgeführt, wobei die Turnabteilung von einigen Mitgliedern befreundeter Turnvereine verstärkt war.
Zum Abschluß des offiziellen Teiles des Festes fand in würdiger Form die Ehrung langjähriger Vereinsmitglieder statt. Die für 50-, 40- und 25-jährige Vereinstreue zu ehrenden Mitglieder nahmen auf der hell angestrahlten Bühne im Halbkreis Aufstellung. Währen Emil Bertram dem einzigen noch lebenden Mitbegründer unseres RTB, dem Ehrenvorsitzende Eugen Wüstermann, für 50-jährige Vereinstreue die Goldene Vereinsnadel überreichte, erhielten die übrigen auf der Bühne angetretenen alten Vereinsmitglieder ihre goldenen und silbernen Vereinsnadeln aus den Händen junger Turnerinnen und Turner.
Mit einem feucht- fröhlichen Turnerball wurde die Jubiläumswoche des RTB beendet.

In der Jubiläumsfestschrift zum 50 jährigen Bestehen unseres Vereines wurde darauf hingewiesen, daß eine neue, junge Abteilung im Entstehen begriffen sei. Hierzu darf heute gesagt werden, daß inzwischen aus der damals jungen Abteilung eine starke Gruppe entstanden ist, die eine feste Säule im Gefüge unserer RTB-Vereinsfamilie darstellt.
Im Jubiläumsjahr war Heinz Floer in den Verein eingetreten, ein mit Haut und Haar der Leichtathletik verschriebener Turner und Sportler. Unter seiner Leitung wuchs die nunmehr gegründete Leichtathletikabteilung zu einer beachtlichen Stärke an, und nun, zu unserem 60-jährigen Stiftungsfest, kann diese Abteilung auf die ebenfalls runde Zahl “10“ seit ihrer Entstehung zurückblicken. Im Laufe dieser 10 Jahre ist diese Abteilung zu der zahlenmäßig stärksten Gruppe unseres RTB herangewachsen, die aber nicht ein Eigenleben für sich lebt, sondern in den Verein hineingewachsen ist. Aber nicht nur zahlenmäßig, sondern auch leistungsmäßig machte unsere Leichtathletikabteilung bald von sich reden, und dies oft weit über unsere Stadtgrenzen hinaus.

Im Januar 1963 verstirbt Paul Weber, der im Jahre 1929 für 1 Jahr die Geschicke des RTB als 1. Vorsitzender leitete.

Bald wird für das Deutsche Turnfest geworben, daß im Jahre 1963 in Essen stattfindet. Vom RTB nimmt eine größere Anzahl von Turnerinnen und Turnern an diesem Turnfest teil. Wegen der Nähe zur Turnfeststadt war es aber für die meisten Teilnehmer ein Fest der “Pendler“, d.h., man fuhr morgens nach Essen, und nach Absolvierung des gemeldeten Kampfes abends wieder nach Hause. Es fehlten hier die gemeinsamen Abende, an denen man im großen Kreis der Vereinsfamilie zusammensitzt und auch nach außen hin dokumentiert, daß man eine große, fest zusammenhaltende Gemeinschaft ist.

Im gleichen Jahre übernimmt Emil Bertram im Bergischen Turngau den Posten des 2. Vorsitzenden, 1 Jahr später wird er auf dem Gauturntag zum 1. Gau-Vorsitzenden gewählt. Schon bald holt er sich als Mitarbeiter im Gauvorstand Werner Steidl als Gau-Kinderturnwart, Otto Brüne wird in den Gau-Ehrenrat gewählt, so daß nun auch mehrere Mitglieder unseres RTB aktiv in der Gauarbeit tätig sind.

Im Jahre 1966 wurde das Landesturnfest des Rheinischen Turnerbundes wiederum nach Remscheid vergeben. Die Turnvereine des Bergischen Turngaues hatten sich wahrlich nicht um die Übernahme dieser Großveranstaltung gerissen, aber nachdem man einmal “ja“ gesagt hatte, ging es mit vereinten Kräften an die umfangreichen Vorarbeiten. Da dringend Mitarbeiter auf der im Rathaus eingerichteten Landesturnfestgeschäftsstelle unter Leitung von Turnbruder Karl Schnabel vom RTV gesucht wurden, meldeten sich eine ganze Anzahl von Turnerinnen und Turnern des RTB, die in ihren Freizeitstunden wochenlang zum Rathaus zogen, um dort irgendwelche Arbeiten für das Turnfest zu übernehmen. Gewiß waren auch von anderen Remscheider Turnvereinen Mitarbeiter dort, aber wenn man abends auf die Geschäftsstelle kam, dann sah man so viele bekannte und vertraute Gesichter unseres RTB, daß mitunter scherzhaft die Frage aufgeworfen wurde: Handelt es sich hier um ein Rheinisches oder ein Reinshagener Turnfest ?
Natürlich galt es auch diesmal wieder, möglichst viele Privatquartiere ausfindig zu machen, um den auswärtigen Gästen für die Übernachtung ein Bett anbieten zu können.
Durch ein Rundschreiben wurden die Einwohner unseres Westbezirkes angesprochen, auswärtige Turnerinnen und Turner für 2 Nächte zu beherbergen, und , wie schon 1947, fiel diese Werbung auf fruchtbaren Boden. Der Reinshagener Turnerbund konnte dank der liebenswürdigen Bereitschaft der Bürger über 200 Privatquartiere melden, eine Zahl, die von keinem anderen Turnverein erreicht wurde.

In diesem Zusammenhang kann man der Bevölkerung unseres Westbezirks gar nicht dankbar genug sein, daß sie immer dann, wenn sie zu irgendeiner Mithilfe in unserer Turnsache angesprochen wird, diese Mithilfe niemals versagt hat. Wir wollen das als sichtbares Zeichen dafür werten, wie fest der Reinshagener Turnerbund in seinem Ortsbezirk mit der dort ansässigen Bevölkerung verbunden ist.
Am Landesturnfest selbst beteiligten sich 66 Turnerinnen und Turner aktiv, von denen 48 die notwendige Punktzahl zum Sieg errangen.
Nachdem wir vom RTB schon am 1.Tage des Turnfestes mit unseren Gästen eines Schweizer Turnvereins abends im Lokal “Zur alten Schmiede“ feucht-fröhlich beisammen saßen, hatten wir für den Samstagabend im Lokal Schulz auf Westhausen einen gemütlichen Abend arrangiert. Hierzu hatten wir alle auswärtigen Turnerinnen und Turner, die im Westbezirk untergebracht waren, mit ihren Quartiergebern eingeladen. Es wurde “proppevoll“, aber urgemütlich, und die Morgensonne strahlte schon recht kräftig, als die letzten Teilnehmer dieses turnerischen Beisammenseins in Richtung Quartier zogen, um noch 1 oder 2 Stunden Schlaf mitzubekommen.

Im gleichen Jahre fand vom 13. –17. 07. 1966 in Innsbruck das Österreichische Bundesturnfest statt. Karl-Hans Thielemann hatte hier die Werbetrommel gerührt, damit eine Gruppe unseres RTB nach Innsbruck fuhr, um einmal an einem Bundesturnfest unseres Bruderlandes teilzunehmen. Ich glaube, niemand unserer Reinshagener Reisegruppe hat bedauert, an dieser Fahrt nach Innsbruck teilgenommen zu haben. Wir stellten bei den Prellball-Rundenspielen eine Mannschaft, die nach Siegen über österreichische Mannschaften in den Vor- und Zwischenrunden bis ins Endspiel kam, hier jedoch gegen eine junge Mannschaft aus Pirmasens verlor. Andere Teilnehmer unserer Teilnehmergruppe machten bei leichtathletischen und turnerischen Mehrkämpfen mit, hervorheben möchte ich hier lediglich, daß Manfred Frie mit einem “Hüpfer“ von 6,65 m 2. österreichischer Bundessieger im Einzelwettbewerb Weitsprung wurde.
Unvergessen sind die schönen Abende in Innsbruck, die wir mit unseren österreichischen Freunden in netten Weinlokalen verbrachten, sowie die gemeinsamen Ausflüge (mit der Zahnradbahn und Lift) ins Hochgebirge. Unvergessen aber auch der Festzug am Sonntagvormittag, als wir in strömendem Regen durch Innsbruck zogen. Etwa 6.000 Turnerinnen und Turner beteiligen sich an diesem Festzug, aber ein mehrfaches dieser Anzahl stand dicht gedrängt in den Straßen der Tyroler Hauptstadt, ungeachtet des strömenden Regens, der pausenlos niederprasselte.


Im Turnverein selbst geht die Vereinsarbeit weiter, hin und wieder erfolgen Wechsel in Vorstandsposten.
Die einzelnen Abteilungen besuchen größere Veranstaltungen, um dort in ihrer jeweiligen Sportart teilzunehmen, aber hierüber wird ja an anderer Stelle der Festschrift berichtet. Zusammenfassend sei lediglich erwähnt, daß die Leichtathletikabteilung während der ganzen Saison ihre Aktiven dauernd “auf Achse“ hat, die Prellballmannschaften der verschiedenen Altersklassen besuchen landauf, landab Turniere und kehren meistens mit sehr guten Ergebnissen zurück. Daneben spielen alle Mannschaften des RTB die Meisterschafts-Rundenspiele mit, aber es würde den Bogen dieses Berichtes überspannen, wenn ich hier über Einzelheiten berichten würde.

Seit dem Jahre 1963 hat der RTB übrigens auch eine eigene Vereinszeitung, die meist vierteljährlich erscheint und über alles Wissenswerte aus dem Vereinsleben berichtet. Die Idee zu dieser Vereinszeitung stammt von Karl-Hans Thielemann, der als der damalige Pressewart neben seiner sonstigen Arbeit auch das “RTB-Vereinsecho“ herausgab. Als Karl-Hans Thielemann zunächst zum Landes-Jugendpressewart gewählt wurde und einige Jahre darauf zum Bundesjugendpressewart, da wurde es ihm unmöglich, neben dem Ehrenamt die bisher geleistete Arbeit im RTB weiter zu übernehmen. Damit das allen liebgewordene “RTB-Vereinsecho“ weiterhin bestehen konnte, sprang zunächst eine Gruppe von 4 jungen Turnerinnen und Turnern in die Bresche, um die notwendigen Vorarbeiten für unsere Vereinszeitung zu leisten, später ging diese Arbeit dann ganz in die Hände unseres Günther Schmidt über, tatkräftig unterstützt von seiner Frau Marlis.

Zum Deutschen Turnfest nach Berlin fahren im Jahre 1968 insgesamt 16 Turnerinnen und Turner das RTB. Wieder regelte der Turnfestwart Heinz Kosanetzky, der in diesen Dingen allmählich Routine bekommen hat, alle notwendigen Vorarbeiten. Dann kann die Turnfestgruppe des RTB in die ehemalige Reichshauptstadt starten, teils per Flugzeug, teils per Wagen oder mit der guten, alten Bundesbahn. Verschiedene Teilnehmer haben auf diesem Turnfest eifrig gefilmt und geknipst, jedenfalls wurde einige Monate später im Jugendraum des Turnerheims ein interessante Fotoausstellung gezeigt, wodurch sich alle in Berlin nicht dabei gewesenen ein Bild von dem Geschehen in Berlin machen konnten.

Das Jahr 1969 bringt einen nicht unerheblichen Wechsel in der Besetzung mancher Vorstandsposten. Wie immer werden diese Dinge vorher in der Vorstandssitzung besprochen und man macht sich schon vor der Jahreshauptversammlung Gedanken darüber, wer wohl für die neu zu besetzenden Ämter in Frage kommt.
In der Jahreshauptversammlung 1969 bittet der langjährige Kinderturnwart Werner Steidl, ihn nach 11-jähriger Arbeit auf diesem Posten von seinem Amt zu entbinden. Als seinen Nachfolger schlägt er Ernst Schmidt vor, der schon jahrelang als sein “Assistent“ in der Kinderarbeit mit bestem Erfolg gewirkt hat.
Auch Heinz Floer möchte das Amt des Leichtathletikwartes in jüngere Hände legen, sein Nachfolger wird Edgar Schneider, langjähriges Mitglied dieser Abteilung, der das Vertrauen und die Sympathien der Freunde dieser Riege besitzt.
Werner Schneider übernimmt das Amt des Oberturnwarts, Günther Schmidt das Amt des Pressewarts und zusätzlich das des Jugendwartes, Hans Georg Raffelsieper wird 1. Schriftwart.

Der teilweise erheblich verjüngte Vorstand des RTB setzt sich in unserem Jubiläumsjahr 1970 wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender: Emil Bertram
2. Vorsitzender: Ernst Roth
1. Kassierer: Willi Noss
2. Kassierer: Elfriede Noss
1. Schriftwart. Hans Georg Raffelsieper
2. Schriftwart: Otto Brüne
Oberturnwart: Werner Schneider
Frauenwartin: Thea Lohmann
Kinderturnwart: Ernst Schmidt
Frauenturnwartin: Käte Wilms
Jugendwart: Günther Schmidt
Spielwart: Manfred Möller
Pressewart: Günther Schmidt
Männerturnwart: Werner Schneider
Altersturnwart: Ernst Roth
Wanderwart: Otto Brüne
Heinz Kosanetzky
Leichtathletikwart: Edgar Schneider

Auf der Jahreshauptversammlung am 23.01.1970 gedenkt Emil Bertram noch einmal des verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden Karl Thielemann und zeigt in einem kurzen Abriß das Leben und Wirken diese verdienten Turnfreundes für unseren RTB auf.
Im Februar des Jahres 1970 verstirbt der letzte noch lebende Mitbegründer des RTB, der langjährige Vorsitzende und spätere Ehrenvorsitzende Eugen Wüstermann.
Die Beisetzung dieser beiden verdienten Turner fand unter jeweils großer Anteilnahme statt, mit ihnen liegt nun schon mehr als eine ganze Turnergeneration auf dem heimatlichen Friedhof.
Aber neue Generationen wachsen heran und erfüllen weiterhin das Vereinsgeschehen mit frischem Leben.

Die Formen in den modernen Leibesübungen mögen sich gewandelt haben, und auch manche Anschauungen aus früheren Zeiten erscheinen heute überholt, aber so, wie die RTB-Vereinsfamilie die nun hinter ihr liegenden 60 Jahre gemeistert hat, so wollen wir auch in die kommenden Jahrzehnte eintreten:

Frisch – Fromm – Fröhlich – Frei.

Otto Brüne , geschrieben im Jahre 1960 und ergänzt im Jahre 1970

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